Herbstseminare zum Obstbaumschnitt

Der Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. lädt im Rahmen seines Projektes „Goldmarie sucht Eremit & Co.“ alle Interessierten ein, bei Seminarveranstaltungen Wissenswertes in Theorie und Praxis über Schnittmöglichkeiten, zur Pflege oder auch Sanierung von Obstgehölzen zu erlernen.
Jeder der erfahren möchte was man unter einem Erziehungs-, Pflege- oder Verjüngungsschnitt versteht und diesen fachgerecht durchführt, ist zu den kostenfreien Seminarveranstaltungen herzlich willkommen.
Die Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender...

Fachtagung "Alte Obstsorten - Wunderbares Erbe und zugleich Verpflichtung" (22.-23. Oktober)

Der Erhalt alter regionaler Obstsorten ist aus unterschiedlichen Gründen wichtig. Zum einen ist es kulturelles Erbe und spielt eine Rolle in Geschichten und regionlen Rezepten. Zum anderen ist das genetische Potenzial dieser Obstsorten wichtig für die Züchtung und weiterführend für die Sicherung der Obstversorgung der Bevölkerung. 

In der Fachtagung wird ein Überblick gegeben, welche Akteure sich in Sachsen und Tschechien für den Erhalt alter Obstsorten engagieren. Außderdem soll gemeinsam darüber beraten werden, wie eine künftige Zusammenarbeit möglich ist. Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt lädt desshalb alle Partner, die Interesse an Streuobst und dem Erhalt alter Obstsorten haben, recht herzlich zu dieser Tagung ein. 

Ablauf der Tagung, Teilnahmevorraussetzungen und Hinweise zur Anmeldung finden Sie hier.

Es ist wieder soweit – die wertvollste Streuobstwiese ist gesucht!

Der Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. lobt 2017 im Rahmen seines Projektes „Goldmarie sucht Eremit & Co.“ wieder einen „Obst-Wiesen-Wettbewerb“ aus.
Aufgerufen sind alle Streuobstwiesenbesitzer oder –bewirtschafter im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, sich am Wettbewerb „Wer hat die wertvollste Streuobstwiese – Wo lebt der Eremit?“ zu beteiligen.

Bis zum 05. Juni 2017 können Sie sich, mit ihrer Streuobstwiese bewerben. Bedingungen für die Wettbewerbsteilnahme sind mindestens 10 hochstämmigen Obstbäumen sowie eine Flächengröße ab 1000 m².

Anfang Juni wird eine Jury dann Ihre Streuobstwiese, die noch nicht gemäht sein sollte, begutachten. Dabei bewerten die Mitglieder der Jury die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, die Bewirtschaftungsweise der Obstwiese, vorhandene Baumhöhlen, sowie den Pflegezustand der Obstgehölze. Auch die Verwertung des anfallenden Obstes spielt eine wichtige Rolle bei der Beurteilung.

Eine öffentliche Prämierung der Sieger und Platzierten wird anlässlich des Streuobstwiesenfestes am 24.09. 2017 im Lindenhof in Dippoldiswalde (OT Ulberndorf) stattfinden. Sie können sich auf Preisgelder und Sachpreise freuen.

Ihre Bewerbung erfolgt bitte unter der Angabe der Lage (Gemeinde, Gemarkung, Flurstücks-Nr.) und Größe der Streuobstwiese sowie Anzahl an Obstgehölzen schriftlich an den
Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge,
Alte Straße 13, 01744 Dippoldiswalde
oder per Mail an
mueller@lpv-osterzgebirge.de
.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projektes "ObstwiesenSachätze".

Verschollen geglaubte 'Elbersdorfer Butterbirne' wiedergefunden

Nach einem Aufruf der Oberlausitz-Stiftung in der Sächsischen Zeitung nach verschollen Obstsorten meldete sich im Oktober 2015 Wolfram Poik aus Kemnitz (Oberlausitz). Er berichtete, dass in seinem Hausgarten seit ca. 100 Jahren ein Birnbaum steht, der in seiner Familie, soweit er zurückdenken kann, als „Elbersdorfer Butterbirne“ bezeichnet wurde.

Daraufhin wurden deren Früchte in den Jahren 2015 und 2016 von den beiden Pomologen Jan Bade und Jens Meyer untersucht. Beide Pomologen bestätigten unabhängig voneinander, dass es sich bei dieser Sorte mit größter Wahrscheinlichkeit um die verschollen geglaubte „Elbersdorfer“ handelt. Ein zweiter Baum zur Absicherung der Sorte wurde nach einem weiteren Zeitungsaufruf im Herbst 2016 gefunden. Inzwischen wurden Edelreiser dieser Sorte gewonnen und zwei Bäume der „Elbersdorfer“ wachsen im Obstsortengarten der Oberlausitz-Stiftung heran.

Weitere alte Obstsorten der Oberlausitz dringend gesucht

Bereits im Jahre 1840 hat der Verein zur Beförderung des Obstbaues in der Oberlausitz Empfehlungen für in der Oberlausitz zum Anbau geeignete Obstsorten herausgegeben. Die Oberlausitz-Stiftung möchte möglichst viele dieser alten Oberlausitzer Obstsorten erhalten. Für die Sammlung fehlen noch zahlreiche Sorten.

Gesuchte Apfelsorten: Deutsche Reinette, Dietzer rothe Mandelreinette, Erfurter Sommerreinette, Gelber Pallasapfel, Gestreifter Muscatencalville, Herbst-glockenapfel, Königlicher Streifling, Langscheider, Lothringer Renette, Nieder-ländische Weisse Reinette, Säuerlicher Köberling. Alle genannten Sorten wurden im Illustrierten Handbuch der Obstkunde (Lucas & Oberdieck) ausführlich beschrieben.
Gesuchte Birnensorten: Bergamotte von Soulers, Frühe Backhausbirne, Cuisse Madame (= Jargonelle, Frauenschenkel), Frühe wohlriechende Pomeranzenbirne, Große Sommer-Bergamotte, Grüne Sommerrousselet, Markbirne, Omsewitzer Schmalzbirne.

Weitere Informationen zur Sortensuche und den aktuellen Projekten der Oberlausitz-Stiftung finden Sie auf der Homepage.

Die besten nordsächsischen Streuobstwiesen wurden prämiert

 

Im Rahmen des Landeserntedankfestes wurden auf großer Bühne die Gewinner des diesjährigen Streuobstwiesenwettbewerbes ausgezeichnet. Der Wettbewerb fand bereits zum 5. Mal in der Region Nordsachsen, Leipziger Land, Muldental und der Stadt Leipzig statt. Das Projekt ist ein Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen und der biologischen Vielfalt und fördert die Anerkennung des Engagements der Streuobstwiesenbesitzer.

 

Die Landschaftspflegeverbände Nordwestsachsen, Muldenland und Torgau-Oschatz als Initiatoren suchten gemeinsam mit der BUND-Regionalgruppe Leipzig, dem Ökolöwe-Umweltbund Leipzig, dem NABU Landesverband Sachsen, dem Grünen Ring Leipzig und der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. (DDGL) die wertvollste Streuobstwiese.

Neben der optischen Attraktivität wurden die Bereiche Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, Bewirtschaftungsweise der Obst-Wiese, vorhandene Baumhöhlen, sowie der Pflegezustand der Obstgehölze bewertet. Auch spielte die Verwertung des anfallenden Obstes, Geschichtliche Entwicklung und Fortsetzung von Traditionen eine Rolle bei der Beurteilung.

Aus 18 Streuobstwiesen ermittelte die fachkundige Jury drei Preisträger und vergab einen Sonderpreis. Als diesjährige Gewinner freuten sich über ein Preisgeld und einen Baum der sächsischen Obstsorte des Jahres 2016, der „Gelben sächsischen Renette“:
Platz 1: Der Verein Lobelei e.V. für die Streuobstwiese Lobstädt
Platz 2: Herr Günther Stammwitz für die Streuobstwiese Lübschütz
Platz 3: Herr Hermann Muschter für die Streuobstwiese Skoplau

Ein Sonderpreis ging an Familie Mocker, welche bereits das 3. Mal am Wettbewerb teilnahm und immer wieder neue Ideen mitbringt. Familie Mocker bewohnt schon in der 3. Generation einen Vierseitenhof im 49-Seelendorf Pyrna (10 km südlich von Wurzen im Landkreis Leipzig). Die ca. 2 ha Grundstücksfläche werden mit viel Liebe und Enthusiasmus gepflegt und gehegt. Die an den Hof grenzende Streuobstwiese ist älter als 150 Jahre und  mit ebenso vielen alten und neuen Obstbäumen verschiedenster Sorten bestückt, wie das Dorf an Einwohnern zählt.